Holunder

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Die Beeren des schwarzen Holunder waren schon immer in der Volksheilkunde heiß begehrt. Sie sind ab Anfang September reif. Ihre Heilwirkung ist vielfältig, genauso, wie die Anwendung in der Küche.

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Der Holler:
Holunder

  • Sie sind hervorragend bei Immunschwäche. Der Farbstoff des Holunders gehört zu den bisher am wenigsten beachteten sekundären, aber sehr wichtigen Pflanzenstoffen. Ihm wurde inzwischen auch wissenschaftlich ein hoher gesundheitlicher Nutzen nachgewiesen. Der Farbstoff des Holunder mit all seinen Verbindungen innerhalb der Beeren gilt deshalb sogar als empfehlenswert gegen bösartige Erkrankungen und Herzbeschwerden, er unterstützt die Nieren, wirkt entwässernd und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen.
  • Holunderbeer-Saft vertreibt außerdem im Winter die düstere Stimmung und beruhigt die Nerven.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Früchte sind vor allem die Aminosäuren und Mineralien für das Wohlbefinden, aber auch verschiedene Flavonoide (eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehören), die lebenswichtig sind. Aber auch Gerbstoffe, Lektine, Mineralstoffe wie:

Kalium für die Nerven, gegen Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhte Nervosität, Appetitlosigkeit, Wundheilungsstörungen, Darmträgheit, Blähungen und Verstopfung, Kopfschmerzen oder Schwindel, Hauttrockenheit und schnell ermüdende Muskulatur
Der Holunderbeer-Saft enthält anti-entzündliche Stoffe, z.B. gegen Schmerzen in den Gelenken, Erkältungen, sehr viel Eisen, Zink, Mangan in biologisch gelöster Form ………also alles gute Sachen, die unser Körper braucht, um sich winterhart zu machen.

!!! Achtung !!! Geerntet wird mit einer Schere, mit der man die Dolden abschneidet und zu Hause sofort die Beeren von den Stielen entfernt, vielleicht mit einer Gabel oder Gummihandschuhen, da der Saft sehr stark färbt und kaum wieder aus der Kleidung zu entfernen ist.
!!! Die Stiele sind leicht giftig und führen zu Übelkeit und Erbrechen !!!
Aber dafür sind die leckeren Beeren um so besser!

Rohe Holunderbeeren können durch das enthaltene Glykosid Sambunigrin zu Bauchkrämpfen und Übelkeit führen.

Diese Stoffe werden beim Erhitzen ebenso so wie beim Rhabarber oder den Bohnen zerstört. Deshalb sollten Sie die Beeren vor dem Verzehr immer abkochen.

Der Stuhl färbt sich nach dem Trinken des Saftes schwarz. Also nicht erschrecken, das ist ganz normal.

Und nun kommen endlich Rezepte:

Holunderbeersaft

Sie können die reifen Holunderbeeren traditionell in einem Entsafter zu Saft verarbeiten oder mit der„Flotten Lotte“ den Saft herauspressen und ihn für den Winter konservieren.

Kochen Sie die frischen Holunderbeeren je nach Härte 5-10 Minuten in wenig Wasser (z. B. 1 kg Beeren mit 200 ml Wasser). Wenn die Beeren weich sind, geben Sie alles in ein Sieb und pressen darin die Früchte aus. Ich nehme gerne die „Flotte Lotte“.

  1. Füllen Sie den Saft sofort in saubere, heiß ausgespülte dunkle Flaschen oder Einweckgläser und stellen Sie diese in den Kühlschrank. Hier hält sich der Frischsaft etwa drei Tage.
  2. Wenn Sie den Saft ganz normal ohne Zucker, vielleicht nur mit etwas Lorbeer oder Zimt einkochen und in den Keller stellen, hält er sich bis zu einem Jahr. Sie müssen nur wie beim Einkochen darauf achten, dass möglichst wenig Luft in der Flasche ist und sie noch heiß verschlossen wird.
  3. Möglich ist es auch, den frischen Saft einzufrieren und jeweils nur die benötigten Portionen aufzutauen. So kühl aufbewahrt, hält sich der Saft etwa ein halbes Jahr lang und dann ist ja schon wieder Frühling.

Trinken Sie bei den ersten Vorboten einer Erkältung ein Glas von dem zuvor erwärmten, eventuell mit etwas Honig gesüßten Saft.

Über die „Magie“ des Holunders, der Frau Holle, des Hollerbuschs und Holunder in der Homöopathie möchte ich im nächsten Artikel schreiben. Vielleicht haben sich bis dahin auch Fragen ergeben, die ich dann ebenfalls beantworten oder Eure Beiträge mit einbringen kann. Auch über Kommentare würde ich mich freuen!

Und jetzt gebe Ich Euch lieber noch zwei Holunder-Rezepte:

Wenn ich es mir ganz einfach machen möchte:

Anstelle von Milch erhitze ich den Holunderbeer-Saft, rühre in den heißen Saft nach Vorschrift Vanillepudding-Pulver ein, süße mit Stevia-Blättern vom Balkon und gebe dann die Gewürze zu, die ich gerade mag oder brauche, z.B. Zimt.

Über den Gewürzheilkunde – Vortrag, der auch über Skype mit Fragen und Antworten buchbar ist, findet Ihr hier Informationen.

Holundersuppe mit Äpfeln

schlesisches Rezept meiner Oma je nach dem, was es nach dem Krieg gab, mit Zwieback, Grießklößchen oder Gartenobst:

Holundersuppe Zutaten:
700 ml selbst gemachter Holundersaft
100 g Zucker
2 Msp gemahlene echte Vanille aus der Schote ausgekratzt oder Mädesüß-Blüten von der Wiese
2-4 kleingeschnittene Äpfel oder anderes Obst
1 leicht gehäufter EL in kaltes Wasser eingerührtes Mehl oder Maisstärke zum Andicken der Suppe

Grießklößchen Zutaten:
250 ml Milch
40-60g Butter
1-2 El Zucker
100 g Hartweizengrieß
2-3 Eigelbe

Zubereitung der Holundersuppe:
Holundersaft wie oben beschrieben kochen, in den Saft Zucker, die Obst- oder Apfelstücke und die ausgekratze Vanille + Schote geben. Mehl oder Maisstärke hinein rühren und noch einmal aufkochen. Die Suppe kann heiß oder kalt gegessen werden.

Zubereitung der Grießklößchen:
Milch wird mit Butter + Zucker + etwas Salz aufgekocht

den Grieß in die kochende Milch einrühren, die Hitze herunter drehen und den Grießbrei weiter rühren, bis sich ein weißer Film auf dem Topfboden bildet.

Das Ganze lässt man kurz abkühlen, rührt die Eigelbe unter und sticht mit kleinen Löffeln, die immer wieder in heißes Wasser getaucht werden müssen, die Grießklößchen ab.

 

Herzlichst und wohl bekomms
Naturheilpraxis Helga Rietig